Literaturblog für die SchülerInnen und Schüler der BHAK&BHAS Eisenerz und Interessierte.

Mittwoch, 11. März 2009

Thomas Glavinic, Die Arbeit der Nacht

Jonas (allein der Name) wacht auf und ist allein. Alle Menschen sind "verschwunden"; eine interessante Idee, aber nur um der Idee willen geschrieben. Jonas irrt durch Wien, durch Europa: und keiner ist da. Ich wurde beim Lesen depressiv, der Roman zieht sich dahin; Jonas wird natürlich merkwürdig (nona..), nimmt sich mit der Videokamera auf, sieht sich beim Schlafen zu... etc; er sucht seine Freundin (nix da), arbeitet seine Familiengeschichte auf; alles ganz interessant: aber nichts für mich: keine Story, keine Handlung, keine Erlösung: das nackte NICHTS wartet gegen Ende auf den Leser. Das kann nicht sein. Typisch deutsche bzw. österreichische Literatur. Sowieso: keinem Schüler zumutbar; zu intellektuell, zu konstruiert. Wenn ich Apokalypse und Endzeiterfahrung in der Literatur will, lese ich Cormac McCarthy (Die Straße): Vater und Sohn wandern durch ein apokalyptisches Amerika, dieser Roman bringt einem fast zum Weinen - aber nicht Die Arbeit der Nacht.

Sonntag, 1. März 2009

Carlos Ruiz Zafón, Der Schatten des Windes

... führt meine private Bestsellerliste unangefochten an. Ein Roman, wie ihn jeder Leser sich wünscht. Der Roman spielt in Barcelona der Franco-Ära, die Hauptperson ist Daniel, der Sohn eines Buchhändlers, der eines Tages ein geheimnisvolles Buch entdeckt und nach dem Autor sucht. Es beginnt eine spannende Handlung, in der es um geheimnisvolle Bücher, Intrigen, Liebe und die Geschichte Spaniens geht. Grandios geschrieben - alles, was ein Roman braucht: Spannung, Mystik, Lebensphilosophie...

Heinz Strunk, Fleisch ist mein Gemüse

Einige Jahre im Leben eines (begabten) Provinzmusikers in einer mittelmäßigen Tanzband in den 70igern. Witzig bis skurril; die Hauptperson[Heinz] spielt begnadet Saxophon, hat Akne, keine Freundin, isst für sein Leben gerne Fleisch und tingelt mit seiner Band durch die deutsche Provinz - eigentlich eine Leidensgeschichte, aber: aus dem Lachen kommt man nicht raus; mir hat vor allem gefallen: die Texteinschübe mit den Schlagertexten. Lesbar! Witzig! Satirisch!