Literaturblog für die SchülerInnen und Schüler der BHAK&BHAS Eisenerz und Interessierte.

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Freitag, 19. Februar 2010

Cormac McCarthy, Kein Land für alte Männer


Texanische Wüste, ein eiskalter Killer und seine Gegenspieler: Ein karger Roman, der endlich das NICHT bietet, was so viele dem Leser zumuten: sprachliches Bla-Bla, verschönernde Sprache und sprachliche Bilder im sinnlosen Überfluss; nun einmal ganz anders: minimalistisch, überlegt, "staubtrocken". Die Hauptpersonen, auf die es der Killer abgesehen hat, ein Jäger und ein Sheriff, wissen einfach, "worum" es im Leben geht, dass der Roman wie ein Drehbuch zu einem Leone-Western anmutet. Trotzdem findet man im Roma Sätzewie:

Und im Traum hab ich gewusst, dass er vorausreitet und irgendwo da draußen in der ganzen Dunkelheit und Kälte ein Feuer machen will, und wenn ich dann dorthin komme, ist er da....

Für den Leser, der Beschönigendes sucht: nicht empfehlenswert; keine Romantik, außer man versteht unter Romantik die texanische Wüste und die Einsicht in die Vergänglichkeit der Welt.

Um es vorwegzunehmen, was jeder ahnt: die Welt ist BÖSE und keiner mutet diese Einsicht dem Leser so zu wie McCarthy. Was uns rettet: die in Worte gefasste Einsicht, dass die Welt wüst ist.

Mittwoch, 1. Juli 2009

Fred Vargas, Der 14. Stein

Wieder einen Fred Vargas Krimi gelesen. Der mir schon vertraute Kommissar Adamsberg glaubt einem Mörder auf der Spur zu sein, der seine Opfer mit einem Dreizack umbringt. Leider vermutet nur er hinter dieser Mordserie einen Zusammenhang, denn er ahnt: ein Wahnsinniger geht seit Jahrzehnten nach einem mörderischen Plan vor - bei der Auswahl seiner Opfer. Gelungen bei den Vargas-Krimis die Zeichnung des Kommisars Adamsberg, der ungewohnt eher durch Emotionalität, Erahnen mystischer Zusammanhänge als durch Analyse und Rationalität den Leser in seinen Bann zieht. So zeichnet Vargas in ihren Adamsberg-Krimis eine mystische, poetische Welt, die nur darauf wartet, von Adamsberg entziffert zu werden. Für jeden Krimi-Fan ein Muss, aber auch als Einstiegsdroge verwendbar. Nette Krimi-Seite.

Samstag, 20. Juni 2009

John Connolly, Der brennende Engel


Charlie Parker, Privatdedektiv aus Maine, sucht eine Vermisste und stößt auf einen uralten Totenkult, der auch etwas mit dem Beinhaus in Sedlec (s. Bild) zu tun hat. "Menschen", welche meinen, nicht in diese Welt zu gehören, sich selbst als gefallene Engel (nach einem biblischen Mythos) sehen, morden und halten Parker für einen von ihnen: denn auch Parker sieht "die andere Welt". Ein spannender Mystery-Krimi, der den Mythos der gefallenen Engel in die Hirne kranker Menschen setzt und diese zu Mördern werden lässt. Doch Parker "durchschaut" beide Welten. Krimi & Mythos & Mystik, eine interessante Mischung.

Sonntag, 7. Juni 2009

Fred Vargas, Fliehe weit und schnell.

Die Pest taucht in Paris wieder auf; "Pestflöhe" werden bei Leichen gefunden und eine vergessene Pestepisode aus den 20iger (!!) Jahren wirft ihre Schatten in die Gegenwart. Der intuitiv vorgehende Kommissar Adamsberg, die Hauptgifur der Vargas-Krimis, spürt, dass es hier um alte Mythen geht, die mörderisch lebendig werden; die Autorin (auch Historikerin, Mittelalterarchäoligin und Archäozoologin!) spielt gekonnt mit einem möglichen Auftauchen der Pest im heutigen Paris. Spannend, bewegend, gekonnt gemacht... ein Krimi-Meisterwerk.