... besteht aus den Romanen: Ein amerikanischer Thriller, Ein amerikanischer Albtraum und Blut will fließen. Sie sollten auch in dieser Reihenfolge gelesen werden.
Die Geschichte der USA der 50iger bis 70iger Jahre kann laut Ellroy als Krimi gelesen werden; nichts Moralisches gibt es, sondern nur skrupellose FBI-Agenten, die als Mörder fungieren, Mafiosi, die große Politik machen, Politiker, die sich in wenig von jenen unterscheiden. Die Ermordung Kennedys und Luther Kings sind die historischen Eckpunkte dieser Romane.
Hausptsatz folgt auf Hauptsatz. Wer Erbauung sucht, ist hier falsch.
Gleichzeitig sind seine Krimis auch radikale Gesellschaftskritik, eine Mischnung aus Gewalt, Besessenheit, Verschwörung, Sex und Drogen - mit zarten Einschüben von Liebe, die dauert.
Wahnsinnige Romane, die, wenn man recherchiert, nicht weit von der Wirklichkeit entfernt sind. Eine Pflicht für alle, die behaupten Krimis zu lesen.
Wenn diese Krimis eine Hauptperson haben, dann die eines FBI-Agenten, der mordet, sich dem Idealismus der Kennedys verschreibt, weiter morder, weil maßlos enttäuscht und auch liebt.
Interessant: die Darstellung der Kubakrise, der Landung in der Schweinebucht, der Exil-Kubaner und ihrer mörderischen CIA-Freunde.
Literaturblog für die SchülerInnen und Schüler der BHAK&BHAS Eisenerz und Interessierte.
Sonntag, 9. Januar 2011
Sonntag, 9. Mai 2010
Jonathan Franzen, Freiheit
Dass die US-Autoren große epische Romane schreiben können, beweist wieder einmal J. Franzen. In seinem Roman Freiheit erzählt er die Geschichte einer Familie unserer Zeit.
Die Helden (Patty und Walter) sind linksliberal und ökologisch orientiert - die Idylle scheint perfekt, doch Patty folgte in der Partnerwahl vor Jahren nicht ihrer Leidenschaft, sondern ihrer Vernunft - und so bricht die schöne amerikanische Idylle zusammen (oder auch nicht).
Melancholisch wird dargestellt, dass Glück und Sinn nicht zu finden sind - weder in der Familie noch in der Leidenschaft - trotzdem bleibt nichts anderes übrig, als gerade diese zu suchen.
Liebe und Selbstbetrug liegen eng beieinander und das Straucheln der Hauptpersonen ist nur eine Frage der Zeit. Aber in diesem Straucheln liegt das Heroische moderner Lebensführung.
Ein gut zu lesender Roman, der zeigt, dass wir frei sind, aber auch frei genug, um die schmerzhaften Konsequenzen jeder Entscheidung zu ertragen. Absolut lesenswert!
Die Helden (Patty und Walter) sind linksliberal und ökologisch orientiert - die Idylle scheint perfekt, doch Patty folgte in der Partnerwahl vor Jahren nicht ihrer Leidenschaft, sondern ihrer Vernunft - und so bricht die schöne amerikanische Idylle zusammen (oder auch nicht).
Melancholisch wird dargestellt, dass Glück und Sinn nicht zu finden sind - weder in der Familie noch in der Leidenschaft - trotzdem bleibt nichts anderes übrig, als gerade diese zu suchen.
Liebe und Selbstbetrug liegen eng beieinander und das Straucheln der Hauptpersonen ist nur eine Frage der Zeit. Aber in diesem Straucheln liegt das Heroische moderner Lebensführung.
Ein gut zu lesender Roman, der zeigt, dass wir frei sind, aber auch frei genug, um die schmerzhaften Konsequenzen jeder Entscheidung zu ertragen. Absolut lesenswert!
Sonntag, 11. April 2010
Alex Capus, Glaubst du, daß es Liebe war
Die charmante Hauptperson, ein kleiner Unternehmer, Lügner, Casanova aus der Provinz, verschuldet sich, wird Vater... und haut einfach ab - nach Mexiko - quasi als Aussteiger - fühlt sich wohl zwischen Meer, Villa und seiner mexikanischen Stammbar. Bis ihn die Sehnucht nach seinem Kind überfällt und die Erkenntnis, dass Flucht eine Illusion ist und es "villeicht doch Liebe war" Ein witziges und satirisches Buch über die Möglichkeit des Aussteigens.
Dienstag, 16. März 2010
Henri Alain Fournier, Der große Meaulnes
1913 geschrieben und der einizige Roman des jung verstorbenen franz. Autors. Die Besprechnung einer Neuübersetzung hat mich auf DEN romantischen Roman aufmerksam gemacht. Er spielt in der französischen Provinz unter Jugendlichen; einer davon erlebt zufällig ein geheimnisvolles, wundervolles Fest an einem ebenso geheimnisvollen Ort und findet diesen nicht mehr; nun beginnt die Suche nach diesem Ort und nach dem Mädchen, in das er sich dort verliebt hat. Doch alles ist wie vom Erdboden verschwunden. Mit der Suche nach dem "Verschwundenen" verstrickt sich die Hauptperson (Meaulnes) aber immer mehr in ein Schicksal, das es nicht gut mit ihm meint. Die Sehnsucht nach dem Paradies treibt den jugendlichen Helden vorwärts - und hinein in eine Welt, die auch Abschied und Schmerz bedeutet. All die romantischen Themen wie Freiheit, Sehnsucht, Schicksal, Jugend, Trauer, Erwachsen-Werden, Liebe feiern hier noch mal ihre Auferstehung.
Freitag, 19. Februar 2010
Ilija Trojanow, Der Weltensammler
KLAPPENTEXT:
Ein spannender Roman über den englischen Abenteurer Richard Burton (1821-1890). Anstatt in den Kolonien die englischen Lebensgewohnheiten fortzuführen, lernt er wie besessen die Sprachen des Landes, vertieft sich in fremde Religionen und reist zum Schrecken der Behörden anonym in den Kolonien herum. Trojanows farbiger Abenteuerroman über diesen Exzentriker zeigt, warum der Westen bis heute nichts von den Geheimnissen der anderen Welt begriffen hat.
Der Autor greift drei Episoden aus demLeben Burtons heraus: die Jahre auf dem indischen Subkontinent, die Reise nach Mekka sowie die Expedition nach Ostafrika - auf der Suche nach den Nilquellen. Eines der Motive Burtons ist es wohl, sich ganz "dem Fremden" hinzugeben, sei es in Religion, Sprache (er lernt alle für seine Reisen notwendigen Sprachen) oder Kleidung.
Gerade in der heutigen Zeit, wo viel über das Auseinanderdriften der Kulturen, ja sogar über den Kampf der Kulturen gesprochen wird, ein Roman, der endlich aufzeigt, dass dem Fremden und den Fremden mit Interesse zu begegnen ist. Phantastisch zu lesen.
Ein spannender Roman über den englischen Abenteurer Richard Burton (1821-1890). Anstatt in den Kolonien die englischen Lebensgewohnheiten fortzuführen, lernt er wie besessen die Sprachen des Landes, vertieft sich in fremde Religionen und reist zum Schrecken der Behörden anonym in den Kolonien herum. Trojanows farbiger Abenteuerroman über diesen Exzentriker zeigt, warum der Westen bis heute nichts von den Geheimnissen der anderen Welt begriffen hat.
Der Autor greift drei Episoden aus demLeben Burtons heraus: die Jahre auf dem indischen Subkontinent, die Reise nach Mekka sowie die Expedition nach Ostafrika - auf der Suche nach den Nilquellen. Eines der Motive Burtons ist es wohl, sich ganz "dem Fremden" hinzugeben, sei es in Religion, Sprache (er lernt alle für seine Reisen notwendigen Sprachen) oder Kleidung.
Gerade in der heutigen Zeit, wo viel über das Auseinanderdriften der Kulturen, ja sogar über den Kampf der Kulturen gesprochen wird, ein Roman, der endlich aufzeigt, dass dem Fremden und den Fremden mit Interesse zu begegnen ist. Phantastisch zu lesen.
Cormac McCarthy, Kein Land für alte Männer

Texanische Wüste, ein eiskalter Killer und seine Gegenspieler: Ein karger Roman, der endlich das NICHT bietet, was so viele dem Leser zumuten: sprachliches Bla-Bla, verschönernde Sprache und sprachliche Bilder im sinnlosen Überfluss; nun einmal ganz anders: minimalistisch, überlegt, "staubtrocken". Die Hauptpersonen, auf die es der Killer abgesehen hat, ein Jäger und ein Sheriff, wissen einfach, "worum" es im Leben geht, dass der Roman wie ein Drehbuch zu einem Leone-Western anmutet. Trotzdem findet man im Roma Sätzewie:
Und im Traum hab ich gewusst, dass er vorausreitet und irgendwo da draußen in der ganzen Dunkelheit und Kälte ein Feuer machen will, und wenn ich dann dorthin komme, ist er da....
Für den Leser, der Beschönigendes sucht: nicht empfehlenswert; keine Romantik, außer man versteht unter Romantik die texanische Wüste und die Einsicht in die Vergänglichkeit der Welt.
Um es vorwegzunehmen, was jeder ahnt: die Welt ist BÖSE und keiner mutet diese Einsicht dem Leser so zu wie McCarthy. Was uns rettet: die in Worte gefasste Einsicht, dass die Welt wüst ist.
Sonntag, 17. Januar 2010
E.L.Doctorow, Der Marsch
Der Roman über den amerikanischen Bürgerkrieg! General W.T. Sherman marschiert mit seiner Armee durch die Staaten der Konförderation und besiegt deren Armee. Dieser Marsch bildet die Rahmenhandlung für alles Menschliche: vom resignierenden, aber genialen Militärarzt bis hin zur Liebe in Zeiten des Krieges. Ein wunderschöner, gewaltiger Roman über den ersten modernen Krieg und was er im Menschen bewirkt. Pflichtlektüre für alle EnglischlehrerInnen!
Doctorow wird mir sicher noch ein paar schöne Stunden bescheren.
Doctorow wird mir sicher noch ein paar schöne Stunden bescheren.
Samstag, 2. Januar 2010
Cormac McCarthy, Die Straße
Ein Roman von testamentarischer, apokalyptischer Wucht. Amerika ist zerstört (Atomkrieg? Klimakatastrophe?... wir erfahren es nicht). Durch dieses wüste Land ziehen Vater und Sohn - auf der Suche nach Menschlichem, nach Menschen. Wir wissen fast nichts über ihre Vergangenheit, aber wir erfahren alles über die Liebe eines Vaters zu seinem Sohn. Düster, gewaltig und herzzeireißend!
Mittwoch, 11. November 2009
Imre Kertész, Roman eines Schicksallosen
Der Nobelpreisträger nähert sich in diesem Roman Auschwitz. Aus der Sicht eines jüdischen ungarischen Jungen beschreibt er Deportation, die Welt der Konzentrationslager und die Rückkehr in die Heimat (Ungarn). Er zeigtden Kampf um das nackte Überleben in den Konzentrationslagern, aber auch, dass Glück immer möglich ist, vor allem, wenn der Tod nahe ist. Kertesz greift aber nicht auf christliche Erklärungsversuche zurück (wie: die Welt ist böse und Erlösung ist möglich), sondern beschreibt einen Jungen, seinen Überlebenswillen und sein Streben nach Glück in einer mörderischen Zeit. Für die Hauptperson gibt es keine Erlösung, nur die Existenz und das Glücksgefühl, überlebt zu haben. Der Roman über den Holocaust.
... es gibt keine Absurdität, die man nicht ganz natürlich leben würde........
... es gibt keine Absurdität, die man nicht ganz natürlich leben würde........
Dienstag, 1. September 2009
Dimitré Dinev, Engelszungen
Bulgarien im Zeitalter des Kommunismus war für mich bis zu diesem Roman ein "unbekanntes Land". Dinev erzählt die Geschichte zweier Hauptpersonen und ihrer Familien während dieser Zeit. Die Protagonisten mussten unter der Herrschaft der kommunistischen Partei überleben, beide wählten andere Strategien. Die Söhne der Hauptpersonen treffen sich zufällig als Einwanderer in Wien, mittellos und einsam, und lassen den Leser an ihren Familiengeschichten teilhaben, die alles zu bieten haben, was ein "Leserherz" begehrt. Spannend, episch breit, deftige Episoden.
Dienstag, 11. August 2009
David O. Benioff, Stadt der Diebe
Leningrad 1942: Die Stadt ist von deutschen Truppen belagert und soll ausgehungert werden.
Den zwei Hauptpersonen (dem 17-jährigen Lew und dem Soldaten Kolja) droht der Tod - wegen Plünderung. Nun bekommen sie vom russischen Geheimdienstchef den Auftrag, zwölf Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter aufzutreiben, nur so können sie ihr Leben retten. Und das in einer Stadt, die am Verhungern und von den Nazi-Truppen eingeschlossen ist. Bedrückende Bilder aus dem belagerten Leningrad, das Wüten der NS-Einsatztruppen hinter der Front lassen die beiden Hauptpersonen aber nicht verzweifeln, sondern moblisieren ihre ganze Widerstandkraft, um in diesem wütenden Chaos als Menschen zu überleben. Spannend bis zur letzten Seite.
Den zwei Hauptpersonen (dem 17-jährigen Lew und dem Soldaten Kolja) droht der Tod - wegen Plünderung. Nun bekommen sie vom russischen Geheimdienstchef den Auftrag, zwölf Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter aufzutreiben, nur so können sie ihr Leben retten. Und das in einer Stadt, die am Verhungern und von den Nazi-Truppen eingeschlossen ist. Bedrückende Bilder aus dem belagerten Leningrad, das Wüten der NS-Einsatztruppen hinter der Front lassen die beiden Hauptpersonen aber nicht verzweifeln, sondern moblisieren ihre ganze Widerstandkraft, um in diesem wütenden Chaos als Menschen zu überleben. Spannend bis zur letzten Seite.
Mittwoch, 1. Juli 2009
Fred Vargas, Der 14. Stein
Wieder einen Fred Vargas Krimi gelesen. Der mir schon vertraute Kommissar Adamsberg glaubt einem Mörder auf der Spur zu sein, der seine Opfer mit einem Dreizack umbringt. Leider vermutet nur er hinter dieser Mordserie einen Zusammenhang, denn er ahnt: ein Wahnsinniger geht seit Jahrzehnten nach einem mörderischen Plan vor - bei der Auswahl seiner Opfer. Gelungen bei den Vargas-Krimis die Zeichnung des Kommisars Adamsberg, der ungewohnt eher durch Emotionalität, Erahnen mystischer Zusammanhänge als durch Analyse und Rationalität den Leser in seinen Bann zieht. So zeichnet Vargas in ihren Adamsberg-Krimis eine mystische, poetische Welt, die nur darauf wartet, von Adamsberg entziffert zu werden. Für jeden Krimi-Fan ein Muss, aber auch als Einstiegsdroge verwendbar. Nette Krimi-Seite.
Samstag, 20. Juni 2009
John Connolly, Der brennende Engel

Charlie Parker, Privatdedektiv aus Maine, sucht eine Vermisste und stößt auf einen uralten Totenkult, der auch etwas mit dem Beinhaus in Sedlec (s. Bild) zu tun hat. "Menschen", welche meinen, nicht in diese Welt zu gehören, sich selbst als gefallene Engel (nach einem biblischen Mythos) sehen, morden und halten Parker für einen von ihnen: denn auch Parker sieht "die andere Welt". Ein spannender Mystery-Krimi, der den Mythos der gefallenen Engel in die Hirne kranker Menschen setzt und diese zu Mördern werden lässt. Doch Parker "durchschaut" beide Welten. Krimi & Mythos & Mystik, eine interessante Mischung.
Sonntag, 7. Juni 2009
Fred Vargas, Fliehe weit und schnell.
Die Pest taucht in Paris wieder auf; "Pestflöhe" werden bei Leichen gefunden und eine vergessene Pestepisode aus den 20iger (!!) Jahren wirft ihre Schatten in die Gegenwart. Der intuitiv vorgehende Kommissar Adamsberg, die Hauptgifur der Vargas-Krimis, spürt, dass es hier um alte Mythen geht, die mörderisch lebendig werden; die Autorin (auch Historikerin, Mittelalterarchäoligin und Archäozoologin!) spielt gekonnt mit einem möglichen Auftauchen der Pest im heutigen Paris. Spannend, bewegend, gekonnt gemacht... ein Krimi-Meisterwerk.
Mittwoch, 20. Mai 2009
T.C.Boyle, Die Frauen

Ich bin ein großer Fan von T.C.Boyle, "Drop-City" und "Dr. Sex" habe ich mit Begeisterung gelesen. In Die Frauen sind die Frauen, Geliebten, Gattinnen des berühmten Architekten Frank Lloyd Wright (1867-1959) die Hauptpersonen (es geht um vier). Als Architekt war der Mann ein Heros, er hat die Architektur revolutioniert und modernisiert; siehe dort: http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Lloyd_Wright. In der Architektur kämpfte er gegen Traditionen und schuf Neues, im Privatleben kämpfte er gegen die geballte amerikanische Prüderie und Bigotterie, die es nicht hinnehmen wollte, dass man auch in Beziehungen selbstbestimmt der Leidenschaft nachgehen konnte.
"Frank Lloyd Wright, dem berühmten Architekten, Egomanen, Naturapostel, Workaholic, Frauenhelden und Familienvater, erweist TC Boyle spöttisch und auch teilnahmsvoll seine Reverenz in seinem neuen Werk. Im hinterwäldlerischen Wisconsin hat Wright seinen Traum verwirklicht: Er schuf Talisien. Hier lebt und arbeitet er zusammen mit seinen Schülern und Handwerkern, mit seinen jeweiligen Frauen und deren Kindern." (s. http://www.tcboyle.de/)
In diesem Roman geht es eigentlich um diese Frauen - wie sie mit Wright Lyod das Leben genossen, aber auch unter seinem Narzissmus und Genie litten.
Ich habe viel über Architektur erfahren, als Einstiegsbuch würde ich aber Drop City oder Dr. Sex empfehlen.
"Frank Lloyd Wright, dem berühmten Architekten, Egomanen, Naturapostel, Workaholic, Frauenhelden und Familienvater, erweist TC Boyle spöttisch und auch teilnahmsvoll seine Reverenz in seinem neuen Werk. Im hinterwäldlerischen Wisconsin hat Wright seinen Traum verwirklicht: Er schuf Talisien. Hier lebt und arbeitet er zusammen mit seinen Schülern und Handwerkern, mit seinen jeweiligen Frauen und deren Kindern." (s. http://www.tcboyle.de/)
In diesem Roman geht es eigentlich um diese Frauen - wie sie mit Wright Lyod das Leben genossen, aber auch unter seinem Narzissmus und Genie litten.
Ich habe viel über Architektur erfahren, als Einstiegsbuch würde ich aber Drop City oder Dr. Sex empfehlen.
Donnerstag, 14. Mai 2009
Daniel Glattauer, Alle sieben Wellen
Der Nachfolger des Bestsellers Gut gegen Nordwind. Die (Liebes-?)Beziehung zwischen Leo und Emmi, die im ersten Roman 'nur' über E-mails erfolgte, geht weiter. Da hat es ja nicht so richtig geklappt. Also: Emmi und Leo mailen und mailen sich, bis sie sich dann treffen und endlich eine Entscheidung fällen. Unterhaltsam geschrieben, mit viel Witz wird Beziehung, Liebe dargestellt. Das Neue ist die Form des Romans: wie in Gut gegen Nordwind ein "webtauglicher" Email-Knüller - trotz des guten Einfalls, bleibt die Frage: Warum dauert es so lange, bis Mann & Frau ihre Distanz aufgeben, obwohl sie doch beide auf der "selben Welle schwimmen"...?
Dienstag, 5. Mai 2009
David Kehlmann, Die Vermessung der Welt

Hauptpersonen: das Mathematikgenie Gauß und der Gelehrte und Naturforscher Alexander Humboldt, Giganten unserer abendländischen Bildungsgeschichte des 19. Jh. Kann man mit diesen einen Roman gestalten? Ja, man kann! Gauß ist fasziniert von der Welt der Zahlen und Homboldt bereist die Welt, beide "vermessen" also ihre Welt. Für die Wissenschaftsinteressierten ein Pflichtroman; damit aber nicht genug: der Autor hat nicht einfach zwei Biographien verfasst, sondern diese beiden Genies in ihrer ganzen Verschrobenheit und Exaltiertheit, mit ihren psychischen und körperlichen "Defekten" dargestellt. Gauß quält als ungehobelter Tyrann ohne jeglichen Charme seine Mitmenschen. Der Naturforscher Alexander Humboldt erschrickt beim Anblick nackter Frauen, weil er schwul und für leibliche Genüsse generell unzugänglich ist und Erfahrung nur in Form von Erfahrung zulässt. Für mich interessant und neu: Humboldt bestieg mit seinem Gefährten 1802 (!!) den Chimborazo in Südamerika (6310 M!) - mit dem damaligen Schuhwerk und der unzulänglichen Bekleidung.
Conni Lubek, Anleitung zum Entlieben

Ein Buch, das aus einem Blog entstanden ist (s.:>> Blog!) ! Lapared (weiblich) verliebt sich unsterblich in einen Mann, den sie im Web kennengelernt hat; leider ist die Liebe keine gegenseitige, was Lapared schmerzt und sie alles versuchen lässt, sich zu entlieben. Kein leichtes Unterfangen, aber unterhaltsam geschildert. Der Blog war so erfolgreich, dass die Autorin daraus ein lebensnahes und amüsantes Buch machte. Kann man empfehlen - für alle Altersgruppen! "Und noch am selben Tag suchte ich im Internet den dazugehörigen Weblog auf. Es ist faszinierend zu erfahren, wie es nach der letzten Seite weitergeht, und das auch noch in Echtzeit. Mitreißend!" (aus amzon.de).
Ein Buch für alle, die zu lesen beginnen und nicht das große literarische Abenteuer suchen.
Sonntag, 12. April 2009
Carlos Ruiz Zafón, Das Spiel des Engels
... die Vorgeschichte zu Schatten des Windes. Ein junger erfolgloser Schriftsteller (David) geht einen Vertrag mit einem geheimnsisvollen Verleger ein, der ihm Ruhm und die ersehnte Anerkennung bringt. Doch (wie bei Faust) ist nichts "umsonst"; es beginnt eine geheimnisvolle bis mörderische Intrige, die David an seine Grenzen bringt. Der Roman ist eine Mischung aus Krimi, Philosophie, schwarzer Romantik.. ..einfach ein phantastischer Roman, ein Roman über das Schreiben und "die mörderischen Konsequenzen" daraus.
Nick McDonell, Zwölf
White Mike, Drogendealer und selbst 'clean', versorgt verwöhnte Jugendliche der New Yorker Oberschicht mit Drogen. Sehr cool schlendert er durch N.Y und kommentiert lässig das Leben - bis Entscheidendes passiert. Lese das Buch mit den Schülern - ihnen gefällt's! Mir auch. Einmal ein "Jugendbuch" ohne moralischen Zeigefinger.
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