Leningrad 1942: Die Stadt ist von deutschen Truppen belagert und soll ausgehungert werden.
Den zwei Hauptpersonen (dem 17-jährigen Lew und dem Soldaten Kolja) droht der Tod - wegen Plünderung. Nun bekommen sie vom russischen Geheimdienstchef den Auftrag, zwölf Eier für die Hochzeitstorte seiner Tochter aufzutreiben, nur so können sie ihr Leben retten. Und das in einer Stadt, die am Verhungern und von den Nazi-Truppen eingeschlossen ist. Bedrückende Bilder aus dem belagerten Leningrad, das Wüten der NS-Einsatztruppen hinter der Front lassen die beiden Hauptpersonen aber nicht verzweifeln, sondern moblisieren ihre ganze Widerstandkraft, um in diesem wütenden Chaos als Menschen zu überleben. Spannend bis zur letzten Seite.
Literaturblog für die SchülerInnen und Schüler der BHAK&BHAS Eisenerz und Interessierte.
Dienstag, 11. August 2009
Mittwoch, 1. Juli 2009
Fred Vargas, Der 14. Stein
Wieder einen Fred Vargas Krimi gelesen. Der mir schon vertraute Kommissar Adamsberg glaubt einem Mörder auf der Spur zu sein, der seine Opfer mit einem Dreizack umbringt. Leider vermutet nur er hinter dieser Mordserie einen Zusammenhang, denn er ahnt: ein Wahnsinniger geht seit Jahrzehnten nach einem mörderischen Plan vor - bei der Auswahl seiner Opfer. Gelungen bei den Vargas-Krimis die Zeichnung des Kommisars Adamsberg, der ungewohnt eher durch Emotionalität, Erahnen mystischer Zusammanhänge als durch Analyse und Rationalität den Leser in seinen Bann zieht. So zeichnet Vargas in ihren Adamsberg-Krimis eine mystische, poetische Welt, die nur darauf wartet, von Adamsberg entziffert zu werden. Für jeden Krimi-Fan ein Muss, aber auch als Einstiegsdroge verwendbar. Nette Krimi-Seite.
Samstag, 20. Juni 2009
John Connolly, Der brennende Engel

Charlie Parker, Privatdedektiv aus Maine, sucht eine Vermisste und stößt auf einen uralten Totenkult, der auch etwas mit dem Beinhaus in Sedlec (s. Bild) zu tun hat. "Menschen", welche meinen, nicht in diese Welt zu gehören, sich selbst als gefallene Engel (nach einem biblischen Mythos) sehen, morden und halten Parker für einen von ihnen: denn auch Parker sieht "die andere Welt". Ein spannender Mystery-Krimi, der den Mythos der gefallenen Engel in die Hirne kranker Menschen setzt und diese zu Mördern werden lässt. Doch Parker "durchschaut" beide Welten. Krimi & Mythos & Mystik, eine interessante Mischung.
Sonntag, 7. Juni 2009
Fred Vargas, Fliehe weit und schnell.
Die Pest taucht in Paris wieder auf; "Pestflöhe" werden bei Leichen gefunden und eine vergessene Pestepisode aus den 20iger (!!) Jahren wirft ihre Schatten in die Gegenwart. Der intuitiv vorgehende Kommissar Adamsberg, die Hauptgifur der Vargas-Krimis, spürt, dass es hier um alte Mythen geht, die mörderisch lebendig werden; die Autorin (auch Historikerin, Mittelalterarchäoligin und Archäozoologin!) spielt gekonnt mit einem möglichen Auftauchen der Pest im heutigen Paris. Spannend, bewegend, gekonnt gemacht... ein Krimi-Meisterwerk.
Mittwoch, 20. Mai 2009
T.C.Boyle, Die Frauen

Ich bin ein großer Fan von T.C.Boyle, "Drop-City" und "Dr. Sex" habe ich mit Begeisterung gelesen. In Die Frauen sind die Frauen, Geliebten, Gattinnen des berühmten Architekten Frank Lloyd Wright (1867-1959) die Hauptpersonen (es geht um vier). Als Architekt war der Mann ein Heros, er hat die Architektur revolutioniert und modernisiert; siehe dort: http://de.wikipedia.org/wiki/Frank_Lloyd_Wright. In der Architektur kämpfte er gegen Traditionen und schuf Neues, im Privatleben kämpfte er gegen die geballte amerikanische Prüderie und Bigotterie, die es nicht hinnehmen wollte, dass man auch in Beziehungen selbstbestimmt der Leidenschaft nachgehen konnte.
"Frank Lloyd Wright, dem berühmten Architekten, Egomanen, Naturapostel, Workaholic, Frauenhelden und Familienvater, erweist TC Boyle spöttisch und auch teilnahmsvoll seine Reverenz in seinem neuen Werk. Im hinterwäldlerischen Wisconsin hat Wright seinen Traum verwirklicht: Er schuf Talisien. Hier lebt und arbeitet er zusammen mit seinen Schülern und Handwerkern, mit seinen jeweiligen Frauen und deren Kindern." (s. http://www.tcboyle.de/)
In diesem Roman geht es eigentlich um diese Frauen - wie sie mit Wright Lyod das Leben genossen, aber auch unter seinem Narzissmus und Genie litten.
Ich habe viel über Architektur erfahren, als Einstiegsbuch würde ich aber Drop City oder Dr. Sex empfehlen.
"Frank Lloyd Wright, dem berühmten Architekten, Egomanen, Naturapostel, Workaholic, Frauenhelden und Familienvater, erweist TC Boyle spöttisch und auch teilnahmsvoll seine Reverenz in seinem neuen Werk. Im hinterwäldlerischen Wisconsin hat Wright seinen Traum verwirklicht: Er schuf Talisien. Hier lebt und arbeitet er zusammen mit seinen Schülern und Handwerkern, mit seinen jeweiligen Frauen und deren Kindern." (s. http://www.tcboyle.de/)
In diesem Roman geht es eigentlich um diese Frauen - wie sie mit Wright Lyod das Leben genossen, aber auch unter seinem Narzissmus und Genie litten.
Ich habe viel über Architektur erfahren, als Einstiegsbuch würde ich aber Drop City oder Dr. Sex empfehlen.
Donnerstag, 14. Mai 2009
Daniel Glattauer, Alle sieben Wellen
Der Nachfolger des Bestsellers Gut gegen Nordwind. Die (Liebes-?)Beziehung zwischen Leo und Emmi, die im ersten Roman 'nur' über E-mails erfolgte, geht weiter. Da hat es ja nicht so richtig geklappt. Also: Emmi und Leo mailen und mailen sich, bis sie sich dann treffen und endlich eine Entscheidung fällen. Unterhaltsam geschrieben, mit viel Witz wird Beziehung, Liebe dargestellt. Das Neue ist die Form des Romans: wie in Gut gegen Nordwind ein "webtauglicher" Email-Knüller - trotz des guten Einfalls, bleibt die Frage: Warum dauert es so lange, bis Mann & Frau ihre Distanz aufgeben, obwohl sie doch beide auf der "selben Welle schwimmen"...?
Dienstag, 5. Mai 2009
David Kehlmann, Die Vermessung der Welt

Hauptpersonen: das Mathematikgenie Gauß und der Gelehrte und Naturforscher Alexander Humboldt, Giganten unserer abendländischen Bildungsgeschichte des 19. Jh. Kann man mit diesen einen Roman gestalten? Ja, man kann! Gauß ist fasziniert von der Welt der Zahlen und Homboldt bereist die Welt, beide "vermessen" also ihre Welt. Für die Wissenschaftsinteressierten ein Pflichtroman; damit aber nicht genug: der Autor hat nicht einfach zwei Biographien verfasst, sondern diese beiden Genies in ihrer ganzen Verschrobenheit und Exaltiertheit, mit ihren psychischen und körperlichen "Defekten" dargestellt. Gauß quält als ungehobelter Tyrann ohne jeglichen Charme seine Mitmenschen. Der Naturforscher Alexander Humboldt erschrickt beim Anblick nackter Frauen, weil er schwul und für leibliche Genüsse generell unzugänglich ist und Erfahrung nur in Form von Erfahrung zulässt. Für mich interessant und neu: Humboldt bestieg mit seinem Gefährten 1802 (!!) den Chimborazo in Südamerika (6310 M!) - mit dem damaligen Schuhwerk und der unzulänglichen Bekleidung.
Conni Lubek, Anleitung zum Entlieben

Ein Buch, das aus einem Blog entstanden ist (s.:>> Blog!) ! Lapared (weiblich) verliebt sich unsterblich in einen Mann, den sie im Web kennengelernt hat; leider ist die Liebe keine gegenseitige, was Lapared schmerzt und sie alles versuchen lässt, sich zu entlieben. Kein leichtes Unterfangen, aber unterhaltsam geschildert. Der Blog war so erfolgreich, dass die Autorin daraus ein lebensnahes und amüsantes Buch machte. Kann man empfehlen - für alle Altersgruppen! "Und noch am selben Tag suchte ich im Internet den dazugehörigen Weblog auf. Es ist faszinierend zu erfahren, wie es nach der letzten Seite weitergeht, und das auch noch in Echtzeit. Mitreißend!" (aus amzon.de).
Ein Buch für alle, die zu lesen beginnen und nicht das große literarische Abenteuer suchen.
Sonntag, 12. April 2009
Carlos Ruiz Zafón, Das Spiel des Engels
... die Vorgeschichte zu Schatten des Windes. Ein junger erfolgloser Schriftsteller (David) geht einen Vertrag mit einem geheimnsisvollen Verleger ein, der ihm Ruhm und die ersehnte Anerkennung bringt. Doch (wie bei Faust) ist nichts "umsonst"; es beginnt eine geheimnisvolle bis mörderische Intrige, die David an seine Grenzen bringt. Der Roman ist eine Mischung aus Krimi, Philosophie, schwarzer Romantik.. ..einfach ein phantastischer Roman, ein Roman über das Schreiben und "die mörderischen Konsequenzen" daraus.
Nick McDonell, Zwölf
White Mike, Drogendealer und selbst 'clean', versorgt verwöhnte Jugendliche der New Yorker Oberschicht mit Drogen. Sehr cool schlendert er durch N.Y und kommentiert lässig das Leben - bis Entscheidendes passiert. Lese das Buch mit den Schülern - ihnen gefällt's! Mir auch. Einmal ein "Jugendbuch" ohne moralischen Zeigefinger.
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